So ging es los!

 

Aus Protokollbüchern der Gemeindeverordneten

 

 

Erste Anwesende:

 

1. Schiemanz - Halbbauer  

2. Schwausch - Halbbauer 

3. Zuischko - Halbbauer  

4. Metaschk - Mühlenbesitzer

5. Schmaller - Bauer 

6. Kossack - Halbbauer 

7. Miersch - Häusler 

8. Michaelis - Restgutsbesitzer 

9. Schimank - Halbbauer     

10. Kubitz - Restgutsbesitzer 

11. Sohla - Halbbauer 

12. Holder - Halbbauer

 

 

 

 

Auszüge über Maßnahmen und Beschlüsse, die den Brandschutz in der Gemeinde betreffen:

 

31.08.1908 -  Beschluss über die Bildung eines Spritzenverbandes der Orte Bröthen und Michalken. Initiatoren der Gemeinden waren aus Bröthen Herr Koar als Gemeindevorsteher und Herr Rattey als Schöffe, aus Michalken Herr Schuster als Gemeindevorsteher und Herr Hanusch als Schöffe.

Es war ein erster Anfang, um organisiert gegen entstehende Brände vorzugehen. Der § 6 enthielt die Festlegung der gemeinsamen Beschaffung, Unterhaltung und angemessenen Unterbringung der erforderlichen Feuerlösch- und Rettungsmannschaften nach Maßgabe der Polizeiverordnung des Herrn Oberpräsidenten der Prowinz Schlesien vom 04.09.1906.

26.04.1909 - Es erfolgte der Auftrag an den Stellmacher Pasora, Stangen für Feuerhaken anzufertigen.

29.09.1909 - Die Anschaffung einer neuen Feuerspritze wurde zurückgestellt, bis die in Schwarzkollm stationierte alte Verbandsspritze verkauft ist und Bröthen / Michalken ihren Anteil bekommen hat.

12.03.1912 - Der Kauf  einer neuen Saug- und Druckspritze für die neu gebildete Freiwillige Feuerwehr wurde zurückgestellt. Der Herr Amtsvorsteher sollte ersucht werden, den Verkauf der alten Verbandsspritze in Schwarzkollm, sowie des dort befindlichen Spritzenhaus in die Wege zu leiten. Erstmals wurde von einer Freiwilligen Feuerwehr berichtet. Fehlende finanzielle Mittel waren auch damals Rückstellungsgründe. 

09.04.1912 - Es erfolgte die Bewilligung der Anschaffungskosten von 1.400,- RM für eine Feuerspritze. Am 22.04.1912 erfolgte der Beschluss für den Auftrag zur Anschaffung einer Saug- und Druckspritze mir Klappventil bei der Vereinigten Feuerlöschgerätefabrik in Berlin.

09.04.1912 - Es wurde der Ankauf eines Geländes für den Bau eines Spritzenhauses beschlossen. Von Traugott Wierick erwarb man die Fläche für 3,- RM je qm. Im August 1912 vergab man den Bau laut Vereinbarung mit Herrn Direktor Rittmann, "der die Bauplanung gütigst übernommen hatte", an Baumeister Müller aus Hoyerswerda für 600,- RM. Abgelehnt wurde der Vorschlag der Gemeinde Schwarzkollm, das gesamte Inventar des alten Spritzenverbandes für 100,- RM zu behalten. Eine endgültige Regelung ist in nachfolgenden Unterlagen nicht auffindbar.  Das erste Protokollbuch schließt mit dem 06.03.1914. Weitere Eintragungen beginnen mit dem 07.02.1925. Folgende, die Wehr betreffende Festlegungen sind nachweisbar.

07.02.1925 -  Im Mehrlingschen Gasthaus fand am Sonnabend, den 07.02.1925 eine Versammlung zwecks Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr statt, zu der die Gemeinde eingeladen hatte. Herr Kreisbrandmeister Winkler aus Hoyerswerda legte Gründe und Zweckmäßigkeit einer Freiwilligen Feuerwehr dar und fand von allen Seiten der zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder lebhafte Zustimmung. Die FF wurde gegründet, die Wahl der Führer erfolgte in einer der nächsten Versammlungen.

15.02.1925 - An einem Sonntag, erfolgte dann die Gründungsversammlung. Der Gemeindevorsteher Schmaler, Johan schlug Hern Lehrer Klimpke als Brandmeister und Herrn Lehrer Hahn als stellvertretenden Brandmeister vor. Durch Handhochheben wurde abgestimmt. Nach dieser Wahl und der Zustimmung erfolgte die Wahl von Johann Kubitz als Sptitzenführer und Max Jacobi als Zeugwart; zahlreiche Bürger meldeten ihren Beitritt. 25 Bürger des Ortes traten bereits am 15.02.1925 der Freiwilligen Feuerwehr bei.

13.04.1925 - Das Ortsstatut der Gemeinde Bröthen erhielt die Genehmigung über die Feuerlöschpflicht.

21.06.1925 - Anschaffung von 100 m Druckschlauch bestätigt.

07.02.1926 - Ablehnung eines Antrages der Stadt Hoyerswerda zur Zahlung einer Beihilfe für Unterhaltungskosten der Automobilspritze.

30.06.1929 - Für den Ankauf des Steigerturmes der Freiwilligen Feuerwehr Buchwalde stellte die Gemeinde 300,- RM bereit. Abriss und Aufbau übertrug man dem Bauunternehmer Johann Matz in Neida. In diesem Jahr zählte die Wehr insgesamt 36 Mitglieder, die sich nach der Dienstverordnung wie folgt aufgliederten :

1 Brandmeister, 1 stellv. Brandmeister, 1 Spritzenführer, 1 Zeugwart, 1 Steigertruppführer, 4 Oberfeuerwehrmänner ( davon 1 Sanitäter ), 27 Wehrmänner ( davon 1 Sanitäter ), Im Oktober erfolgte die erste Übung in Vorbereitung auf die Einweihung des Steigerturmes am 24. und 25. Mai 1930.

23.09.1929 - Beschluss über die Herstellung von Wasserstellen für Löschwasser.

08.05.1930 - Zuschuss von 50,- RM genehmigt für die Steigerturmweihe am 24. und 25.05.1930.

08.06.1931 - Der Vorschlag, für den Spritzenverband Bröthen / Michalken eine Motorspritze mit 600 l Leistung zum Ausnahmepreis von 700,- RM, es handelt sich um eine Vorführungsspritze älteren Baujahres, einzuplanen, wurde angenommen. Das gleiche Modell hatte der Turnverein Hoyerswerda in Besitz . Brandmeister Hahn und Schöffe Piwarz besichtigten das Gerät. Eine Abstimmung ergab, 8 Stimmzettel dafür, 3 dagegen, einer ohne Angabe.

24.06.1931 - Bestätigung des Ankaufs einer Spritze mit Zubehör der Fa. G.H. Fischer aus Görlitz für 900,- RM. Dafür wurde ein Darlehn von 600,- RM aus Privathand ( ohne Namensnennung ) aufgenommen.

05.09.1931 - Die Forderung vom Landratsamt, 80 bis 100 m Schlauchmaterial anzuschaffen, wurde abgelehnt, da 45 m B-Schlauch mit der neuen Spritze angeschafft wurden. Die schlechte Finanzlage gestattete keine weiteren Ausgaben.

01.12.1932 - Beitritt der Mitglieder des Spritzenverbandes in die Unfallzusatzversicherung von 0,50 RM pro Mitglied.

28.02.1933 - Über den Bau eines Filterbrunnens sollte Erkundigung bei einer Bohr- und Brunnenbaugesellschaft und die Höhe der Kosten eingeholt werden. Bei zuständigen Stellen sollte die Notwendigkeit der Hinzuziehung eines Wünschelrutengängers erfragt werden.

20.01.1934 - Festlegung über die Erarbeitung eines Kostenvoranschlages für einen Wasserbehälter für Löschzwecke.

08.07.1934 - Der Feuerlöschverband, bestehend aus den Gemeinden Bröthen und Michalken, wird nach Anhörung der Gemeinderäte aufgelöst.

a) Die Gemeinde Bröthen übernimmt: 

Handdruckspritze           300,00 RM

Spritzenhau                   400,00 RM  

Kassenbestand                75,54 RM

                             775,54 RM

b) Material:

300 m Druckschlauch   75,00 RM

8 Steigergurte              60,00 RM

8 Spitzbeile                  35,00 RM

8 Leinen                       30,00 RM

32 Blanklederkoppel    30,00 RM

10 Eimer                         5,00 RM  

                                    235,00 RM

Der Anteil der Gemeinde Michalken beträgt: 150,39 RM . Zu a) von 775,54 RM 12,27% und zu b) von 235,00 RM 23,5 %

20.09.1936 - Die Ausführung des Feuerlöschbrunnens wird der Fa. Paul Pohling in Ruhland übertragen.

20.03.1937 - Von der in Aussicht genommene Baurücklage in Höhe von 2.000,- RM soll als Rücklage für den Ankauf einer neuen Motorspritze für die Feuerwehr verwandt werden.

23.02.1938 - Zeichnung und Kostenvoranschlag für den Spritzenhausneubau wurde den Gemeinderäten vorgelegt. Die Kosten belaufen sich auf 2.476,07 RM. Der Bau soll ausgeführt werden, auch dann, wenn die Niederschlesische Prov.Feuersozität keinen Zuschuss zahlt. Zur Beschaffung euner neuen Motorspritze soll im Haushaltsplan der Betrag von 4.000,- RM eingesetzt werden. Die Beschaffung soll im laufenden Jahr erfolgen.

11.06.1938 - Es wird beschlossen, bei Magirus Ulm eine Motorspritze mit Beförderungswagen zu kaufen, um die Einsatzfähigkeit zu erhöhen. Sie war ein viel bewundertes Gerät. Leider ging sie in den letzten Kriegstagen verloren, erst 1949 erhielt die Wehr über den Rat des Kreises eine neue TS 8 mit einem Anhänger.

08.06.1941 - Anbringen einer Sirene auf dem Steigerturm wurde festgelegt. Sie diente als Signalgeber für den Einsatz bei Bränden und bei Fliegeralarm.

20.12.1941 - Kontrolle der Kasse der Freiwilligen Feuerwehr im Rechnungsjahr 1940 ergab:

Gesamteinnahme: 172,67 RM

Ausgaben:             113,58 RM

Bestand:                  59,09 RM

Die letzte Eintragung im Protokollbuch endete am 09.07,1944 mit der Feststellung des Haushltsplanes 1944.

Anwesende waren:

Zuischko, Matthes -  Bürgermeister  

Kossak, Christian

Schmaler, Johann 

Metaschk, Wilhelm - Kassenverwalter  

Schwausch, Christian

Am 23.08.1945 wurden erste Eintragungen nach dem zweiten Weltkrieg vorgenommen.

Anwesend waren:

Schmaler, August  -  Gemeindevorsteher

Schotter, Ernst

Donath, Wilhelm - Kassenverwalter

Zschieschick, Christian

Kirstan, August

Wenk, Hans

Die letzte Eintragung erfolgte am 16.12.1946, ohne dass Probleme der Feuerwehr diskutiert wurden.

 

 

 

Auszug aus dem Vorwort zum Protokollbuch

 

Am 30. Januar 1925 früh 3.10 Uhr brach beim Landwirt August Hensel ein Feuer aus. Das Verhalten einzelner Anwesender, der Mangel einer energischen Leitung bei der Brandbekämpfung und das Herumstehen einer großen Zahl Neugieriger machte es jedem Einsichtigen klar, dass so bei Feuersnot nicht weiter verfahren werden konnte, sollte der Allgemeinheit nicht großer, nicht bloß nur durch das Feuer notwendigerweise bedingter, Schaden zugefügt werden. An Anregungen von einsichtigen Dorfbewohnern zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr hat es wahrlich nicht gefehlt. Sie allein ist im Stande, unter energischer Leitung und in freiwilliger Unterordnung und treue Kameradschaft, in überlegter und geordneter Weise Feuersnot zu bekämpfen, dass der Schaden, den die Allgemeinheit ja immer erleiden wird, in möglichst geringen Grenzen bleiben wird.    Möge dies Buch immer nur Lobendes über die Freiwillige Feuerwehr berichten.

 

Einer für Alle

Alle für Einen

Gott zur Ehr , dem nächsten zur Wehr!

 

Bröthen, im Februar 1925                               gez. Hahn

 

 

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